02. Februar 2017   Aktuell

DIE LINKE im Kreistag gegen die Verkürzung der Schonzeit für Rehwild: „Wildunfälle nur vorgeschoben“

Mit Nachdruck stimmte der Vorsitzende der Kreistagsfraktion der LINKEN, Arnfred Stoppok, zuletzt im Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft, Bauen Klimaschutz und Atommüllrückholung  gegen die von der Verwaltung auf Initiative der Kreisjägerschaft angestrebte Verkürzung der Schonzeit für Rehwild im Landkreis.

Arnfred Stoppok lehnt eine Verkürzung der Schonzeit für Rehwild vehement ab.Arnfred Stoppok lehnt eine Verkürzung der Schonzeit für Rehwild vehement ab.Stoppok erläutert: „Die angestrebte Verkürzung der Schonzeit um einen Monat wird von der Verwaltung mit einem unverhältnismäßig steigendem Aufkommen an Wildunfällen begründet. Dies ist juristisch kein Argument, da nur ein erhöhter Wildschaden eine Verkürzung der Schonzeit legitimieren würde. Der bei der Kollision eines Fahrzeugs mit einem Wildtier entstehende Schaden ist im juristischen Sinne aber kein Wildschaden sondern gilt als Wildunfall. Hierfür lässt das Niedersächsische Jagdgesetz keine Verkürzung der Schonzeit zu.“

Außerdem sei eine konsequente Steigerung der Unfälle aus den vorgelegten Zahlen nicht ersichtlich. Ihre Anzahl sei seit 2012 annährend konstant und unterliege den üblichen Schwankungen. „Erschwerend kommt hinzu, dass selbst erfahrene Jäger Schwierigkeiten haben in der Zeit des Haarwechsels, der im April stattfindet, ein Schmalreh von einer Ricke zu unterscheiden und sicher anzusprechen. Eine Verkürzung der Schonzeit bedeutet damit faktisch die erhöhte Gefahr des versehentlichen Abschusses trächtiger Tiere“, führt der Fraktionsvorsitzende aus.

Natürlich ermögliche eine Verkürzung der Schonzeit es auch,  mit frischem Wildbret in der Schonzeit extra Gewinne zu machen. Stoppok vermutet hier einen der wahren Beweggründe für die vehement angestrebte Ausnahmereglung. „Im Landkreis sind ja auch längst nicht alle sanften Wildwechsel-Sicherheitsmaßnahmen ausgeschöpft worden. Mit einem gut abgestimmten Konzept aus Zäunen, Reflektoren, Locksignalen und Geschwindigkeitsbegrenzungen hat das Land Brandenburg die Zahl der Wildunfälle signifikant senken können, ohne Schonzeiten um ganze vier Wochen verkürzen zu müssen. Auch im Landkreis sollte in diese Richtung gearbeitet werden“, so Stoppok.

Vielleicht schon bald noch im Mutterleib in Gefahr: Ein Rehkitz genießt die Frühlingssonne. Foto: bettys4240Vielleicht schon bald noch im Mutterleib in Gefahr: Ein Rehkitz genießt die Frühlingssonne. Foto: bettys4240

DIE LINKE setze sich für eine schonende Waidwirtschaft ohne unnötige Grausamkeit und frei von Profitgier ein. Dies werde der gebürtige Ohrumer auch in seiner Rede zum Antrag im Kreistag betonen. „Jedem, der diesem Antrag zustimmt, muss klar sein, dass er damit unnötige Grausamkeiten in der Jagd fördert und dem Partikularinteresse eines kleinen Kreises, der ein Interesse der Allgemeinheit vorschiebt, dient. Meine Fraktion fordert, Wildunfällen durch moderne Konzepte vorzubeugen anstatt trächtige Tiere einer Verlängerung des Jagddruckes auszusetzen“, so Stoppok abschließend.